Füll- und Entleerungsstation FES 910

Nach DIN 14463 Teil 1 für Löschwasseranlagen nach DIN 14462

Funktionsbeschreibung
Die Füll- und Entleerungsstation FES 910 ist eine Hygieneeinrichtung zum Anschluss von Löschwasserleitungen an das Trinkwassernetz.
Der Konstruktion der Anlage liegt die DIN 14463 Teil 1-01.2007 zugrunde.
Die Füll- und Entleerungsstation füllt und entleert die nachgeschaltete Löschwasserleitung auf Anforderung. Die Anforderung für das Füllen der Löschwasserleitung „NASS/TROCKEN“ erfolgt durch den Grenztaster, der an dem Schlauchanschlussventil befestigt ist. Wird ein Schlauchanschlussventil geöffnet, erkennt dieses die angeschlossene Steuerung LD 900 und leitet das Öffnen der Füll- und Entleerungsstation ein. Gleichermaßen erkennt die Steuerung LD 900 das Schließen des Schlauchanschlussventiles und leitet das Schließen der Füll- und Entleerungsstation ein. Nachdem die Füll- und Entleerungsstation geschlossen ist, wird die nachgeschaltete Löschwasserleitung automatisch entleert.

Die Steuerung LD 900

Die Steuerung LD 900 erfüllt sämtliche in der DIN 14463-1 gestellten Anforderungen. Hierzu zählen:

  • Überwachung der Steuer- und Meldelinien auf Drahtbruch und Kurzschluss
  • Funktionserhalt über akkugestützte Notstromversorgung für bis zu 60 Stunden
  • Anschluss von bis zu vier analogen Meldelinien
  • Potenzialfreier Kontakt zur Weitergabe einer Sammelstörung an eine angeschlossene Brandmeldezentrale oder Gebäudeleittechnik.
  • Leuchtdioden zur Anzeige der Betriebszustände:
    – Betrieb
    – Störung
    – Service
    – Löschwasserleitung gefüllt
    – Energieversorgung gestört
  • Die detaillierten Meldungen werden in einer in die Tür eingebauten grafischen Anzeigeeinheit (Display) ausgegeben

Darüber hinaus verfügt die Steuerung noch über folgende Möglichkeiten:

  • Ansteuerung einer Trinkwasserabschottung
  • Ansteuerung einer Druckerhöhungsanlage (direktes Einschalten)
  • Ansteuerung einer Fernanzeige mit grafischer Anzeigeeinheit
  • Weitergabe der einzelnen Meldungen an eine Brandmeldezentrale oder die Gebäudeleittechnik per digitaler Schnittstelle
  • Ansteuerung einer externen Signaleinheit bestehend aus einer Blitzleuchte und einer Hupe
  • Zeitverzögerte Ansteuerung von elektrischen Entleerungsventilen zur Entwässerung von tieferliegenden Anlagenteilen.
  • Ansteuerung einer Spüleinrichtung zum Austausch des Trinkwassers in der Zuleitung zur Füll- und Entleerungsstation.
    Die Spüleinrichtungen werden mit jeder Füll- und Entleerungsstation FES 910 ausgeliefert.
  • Anschluss von digitalen Meldereinheiten. Hierbei wird der auslösende Melder an der Steuerung angezeigt.
    Überwachungszentrale entfällt hierbei.

Bedienung

Die Bedienung der Füll- und Entleerungsstation erfolgt über die grafische Anzeige- und Bedieneinheit der Steuerung LD 900.
Zusatzoptionen der Steuerung können hierdurch ohne Aufwand nachgerüstet werden. Der Elektrofachbetrieb muss lediglich die weiteren Komponenten mit der Steuerung verbinden. Danach sind die zusätzlichen Geräte einsatzbereit.
Mit dem zweiten Steckplatz soll verhindert werden, dass Wartungsarbeiten an der Steuerung durch nicht vom Hersteller autorisiertes Personal durchgeführt werden. Dieses dient der Sicherheit und der Funktionsfähigkeit der Füll- und
Entleerungsstation.
Der Betreiber hat die Möglichkeit, an der grafischen Anzeigeeinheit die eventuell aufgetretenen Fehler und Ereignisse im Klartext auszulesen. Diese Funktion unterstützt den Kundendienst bei einer schnellen Diagnose des Betriebszustandes.
Der Service ist darüber hinaus in der Lage, sämtliche Einstellungen sowie deren Veränderungen an der Bedieneinheit vorzunehmen.
Dem Service wird, nachdem er sich über den Schutzstecker autorisiert hat, angezeigt, welche zeitabhängigen Wartungsarbeiten durchzuführen sind. Hierzu zählt der Wechsel des Akkumulators.

Vorteile

Im Gegensatz zu hydraulisch vorgesteuerten Füll- und Entleerungsstationen unterliegen die Komponenten der Steuerung für das Öffnen und Schließen der Anlage einem geringeren Verschleiß.
Verschmutzungen oder kalkhaltige Wässer führten in der Vergangenheit dazu, dass die Steuermagnetventile ausgetauscht werden mussten. Durch die Zulasungsverfahren für trinwasserberührte Bauteile sind dem Betreiber dadurch erhebliche Kosten entstanden.
Diese Kosten können durch die Verwendung von Druckluft entsprechend minimiert werden. Ebenfalls minimiert werden hierdurch die Intervalle in denen solche Bauteile auszutauschen sind.
Lediglich der Akkumulator unterliegt noch einem regelmäßigen Austausch.